Mein 36-Stunden-Geburtstag

Auch an dieser Stelle zunächst noch einmal herzlichen Dank allen, die dran gedacht haben oder die von an dieser Stelle namentlich nicht erwähnten sozialen Netzwerken dran erinnert wurden. Nichts ahnend saß ich am 12. mittags im Büro und musste nach der Mittagspause feststellen, dass mein Geburtstag bereits begonnen hatte. Durch die 12 Stunden Zeitverschiebung mit Bangladesch trafen die ersten Wünsche schon verfrüht ein. Vier Stunden später war es dann auch in Deutschland soweit und ich saß immer noch im Büro – am Vortag meines Geburtstages. Den Abend verbrachte ich in der Küche, um zwei Kuchen für die Kollegen zu backen. Eigentlich war ich bei dem Rezept aus dem Internet skeptischer als bei dem, dass ich eigens für diesen Anlass aus Köln geschickt bekam, aber dieser Nuss-Kuchen, dem ich noch ein bisschen Schokolade hinzufügte (die billigste Schokolade kostet hier 1,20€ für 70 Gramm!), ging auch nach einer halben Stunde Backzeit bei 175° nicht auf. Was war los mit dem Backpulver? Oder lag es an der sehr ungenauen Abschätzung der Menge der jeweiligen Zutaten? Plötzlich viel es mir wie Schuppen von den Augen – der Backofen lief in Grad Fahrenheit, die eingestellte Temperatur betrug ca. 80°C. Nach längerer Zeit, als ich dafür eingeplant hatte, befand ich beide Kuchen für fertig und hoffte, dass sie mindestens so gut schmecken würden, wie sie aussahen (runde Kuchen kann man so schlecht vorher probieren, wenn man sie als Ganzes mitbringt). Gefühlt verbrachte ich die meiste Zeit meines Geburtstages im Büro, wo die beiden Kuchen großen Anklang fanden und alle sehr nett zu mir waren. Nachdem ich nun auch stolze Besitzerin eines Köln-Mousepads (danke schön!) bin, konnte ich auch hin und wieder einen Blick auf die Heimat werfen. Abends wurde ich von meiner Gastfamilie zum Essen eingeladen, was etwas besonderes war, da der Mann sich den halben Tag in die Küche gestellt hat (das hätte ich nicht erwartet und habe mich umso mehr darüber gefreut). Es gab Reis (ohne Bohnen, das ist erwähnenswert, weil Reis mit Bohnen die hiesige Hauptnahrung ist), zweierlei Sorten Fleisch, Tomaten-Zwiebel-Salat, Bratkartoffeln (von wem haben sie wohl diese Idee?), Nudelsalat und Tortilla. Kohlenhydrate kommen hier nicht zu kurz... Insgesamt war es ein ruhiger Tag und jedes Jahr merke ich, dass der Zauber, der von Geburtstagen in der Kindheit ausgeht, irgendwann erlischt und der Tag nur einer von 364 anderen ist. So ist es also, das Erwachsen werden

19.7.10 17:56

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